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Salam aus Fès - der Koenigsstadt mit dem koeniglichen Issam
War ein paar Tage verschollen, aber nicht vom Erdboden verschluckt. Nachdem ich mir in Avignon die Stadt ein wenig angeschaut hab, hab ich abends noch Alain getroffen und wir haben mit einer mexikanischen Arbeitskollegin von ihm gekocht und gegessen.
nachdem wir dann 2 Flaschen Wein und einigen Schnaps aufhatten hab ich erzaehlt, dass ich nachmittags die Stadtmauern besichtigen wollte, aber keinen Aufgang gefunden habe.
darauf sagte Alain, dass es auch keinen gibt sondern man nur die Stadtmauern selbst von aussen anschauen kann und wenn man drauf wollte, waere das wohl jetzt die einzige Zeit![]()
gesagt und raus!
nachdem die beiden auf meinen koffern unterschrieben haben sind wir also zur mauer und haben ein paar Poserfotos gemacht. danach hat uns das Parcours-Fieber gepackt und wir haben einige Poeller neben der Strasse genommen. leider waren wir wohl schon etwas zu angetrunken und alain hat bei einem versuch den Poeller verfehlt und landete mit dem Steiss auf dem buergersteig![]()
damit sind wir dann nach hause und am naechsten morgen humpelte er angetrunken zur kueche um sein muesli zu machen. ich hab noch ein wenig gechillt und geskypt und bin mittags auf nach sète zur faehre. leider sagte man mir am schalter das schiff sei schon voll, das am selben abend ablegt und man koennte mich hoechstens auf die warteliste setzen und wenn moeglich wuerden sie mich nachmittags anrufen. also bin ich den ganzen tag in sète geblieben und das wetter hat zum glueck mitgespielt. als abends aber immer noch kein anruf da war bin ich nochmal persoenlich vorbei und hatte mich schon drauf eingestellt die tour durch spanien auf dem hinweg zu machen, da ich sonst noch bis samstag haette warten muessen. als mich die dame am schalter sah laechelte sie nur und sagte: achja, der typ mit dem motorrad, wir haben wohl doch noch ein plaetzchen fuer dich!
da gings mir wieder super!
also rauf aufs boot und nach dem checkin direkt mitten rein in die erste arabische nacht mit bauchtanz und musik, an die ich mich wohl nicht gewoehnen werde. aber das essen war schon supergut und der tag drauf war dem chillout und der routenplanung fuer marokko gewidmet. abends hab ich noch ein paar leute kennen gelernt und direkt eine einladung von siliram bekommen ihn in casablance su besuchen, ich koennte auch so lange bleiben, wie ich wollte. das einzig stoerende auf der fahrt waren meine zimmernachbarn serge und natama, ein paerchen auf dem weg nach hause nach mali, er 60 sie 40 und er ein echter matcho...naeheres nicht hier und spaeter!
am naechsten morgen sollte ich dann direkt meine erste lektion lernen: niemals einem marokkaner geld geben!!! als ich durch den zoll vor dem schiff wollte winkte mich direkt ein typ mit wichtig scheinender weste heran und bat mich doch mit dem motorrad durchzufahren, dann wuerde es schneller gehen und er wuerde sich mit mir zusammen um alle formalitaeten kuemmern. am polizeibuero bat er mich dann gleich ums erste trinkgeld. da er sehr freundlich war und auch noch deutsch sprach, kam ich dem auch nach um auch nicht unsere deutsche spendable freundschaft zu schaenden, aber wieviel schreib ich hier jetzt nicht![]()
am polizeioffice ging auch alles glatt, dann fehlte ja nur noch die versicherung fuers motorrad, fuer dessen hilfe ich doch ihm nochmal was geben sollte, das er dann dem douanier geben wollte und natuerlich nochmal mit dem beisatz wir deutschen wuerden uns doch in ihrem land immer so gut amuesieren...
auf jeden fall konnt ich dann doch erst eine h spaeter aufbrechen und hatte dann aber gelernt, hier nicht sooo auf dicke hose zu machen. die gelegenheit das gelernte anzuwenden bekam ich dann auch gleich in larache, wo ich meine erste pause am strand machen wollte. ich hatte es sogar geschafft in diesem rummeligen land in der stadt einen handyshop zu finden und mir ein prepaidhandy zu erhandeln. am strand angekommen kam direkt ein aelterer marokkaner auf mich zu, der natuerlich auch wieder deutsch sprechen konnte und mir schnell ein tuetchen aus seiner tasche unter die nase hielt und mir shit verkaufen wollte. als ich nach viel generve dann meine pause abbrach und einfach aufbrach, sah ich im rueckspiegel nochmal nach und entdeckte ihn auf dem boden liegen und bettelnd.
die fahrt nach Fès weiter war einfach traumhaft. gruene huegellandschaften, komische strassen-mal gut, mal schlagloecher, mal einfach nur rote erde-,ueberall menschen auf fahrraedern, eseln,kutschen oder zu fuss und was am schoensten war: KLEINE SCHAFHERDEN!!! alle 100m am strassenrand und jede herde hatte grad junge laemmer. klar hab ich dann auch mal bei einer herde angehalten und kleines auf den arm bekommen.
die 300 kilometer gingen echt sehr gut und einfach runter, aber ich bin auch noch ein wenig zu draufgaengerisch unterwegs und ich habe schon heute allein mindestens 30 kontrollen gesehen wurde aber immer - obwohl ich viel zu schnell war oder direkt vor der kontrolle im ueberholverbot eine kolonne mitgenommen habe - durchgewinkt. Lucky man!!!
die kraefte liessen dann aber kurz vor Fès nach und es wurde zum abend hin richtig kalt. das gute ist ja dass an den tankstellen immer gleich ein guy auf dich zukommt und alles fuer dich erledigt, alles was noch bleibt ist ein handschuh aus und geld aus der tasche ziehen, super bikerfreundlich!!!
dank meines marokkanischen neuen handys konnte ich issam auch schon vorher bescheid geben wann ich wohl ankommen und einen eigentlich einfach treffpunkt direkt vorm palais royale ausmachen...bin dann aber trotzdem einmal um die medina bis ich ihn gefunden hab.
als ich angekommen bin und gegenueber dem eingang einen passanten zur abischerung fragen wollte, ob das hier der palais ist, bevor ich issam anriefe und ihn falsch orderte, rief uns ein polizist vor dem eingang zu ich sollte doch mal rueber kommen. sehr diplomatisch und mit den nettesten erklaerungen ging ich also rueber, aber die polizei hier ist echt die beste, die ich je kennengerlernt habe und dazu kommt, dass sich hier auch alle dafuer interessieren, warum hier so ein dickes moto durch die strassen faehrt. ich durfte sogar noch ein foto von den guardians und dem eingang machen. dann kam issam und ich hatte den wohl bisher besten empfang auf meiner tour. wir brachten das motorrad in eine tiefgarage am palast und issam hat fuer mich im voraus einen guten preis ausgehandelt. dann ging es nach dem auspacken auch direkt rein ins leben: 2m breite strassen, rechts und links ueberall geschaefte und verkauefer und ploetzlich biegen wir einfach so ab und laufen alle 2m um eine neue ecke bis wir vor einem grossen weissen haus stehen und issam mir nochmal erklaert, ich sein in SEINEM haus sehr willkommne und koennte so lang bleiben, wie ich wollte.
da sitz ich also nun und der gute hat mir sogar noch ein essen gemacht und mich schon seinen freunden vorgestellt. ich bin gespannt, was morgen kommt, wenn wir uns die stadt ansehen und werd versuchen zwischendurch auch noch ein paar fotos und videos hochzuladen. bis dahin erstmal gute nacht, ich bin platt!!!
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